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How To: Ermitteln und Korrigieren von Linienereignissen mit fehlerhaften Messwerten oder Verhalten nach der Entfernung einer Streckenparallelität mittels "Strecke neu ausrichten" oder "Strecke stilllegen"

Zusammenfassung

In Esri Roads and Highways kann eine Strecke neu ausgerichtet oder stillgelegt werden, um die Parallelität zu einer anderen Strecke zu entfernen. In den nachfolgend beschriebenen Szenarios können solche Bearbeitungsszenarios dazu führen, dass Objektverhaltensweisen nicht ordnungsgemäß auf Linienereignisse angewendet werden.

Das weiter oben in diesem Artikel erwähnte Szenario Strecke stilllegen wurde mit Esri Roads and Highways 10.5 Patch 1 eingestellt. Wenn Sie sich an den Esri Support wenden, beziehen Sie sich auf folgende Fehlermeldung: TFS 51811: Realigning a route to create a concurrency then retiring the other route to eliminate the concurrency on the same date results in the snapped events getting the incorrect measures.

Das weiter oben in diesem Artikel erwähnte Szenario Strecke neu ausrichten wurde mit Esri Roads and Highways 10.4 Patch 1 eingestellt. Wenn Sie sich an den Esri Support wenden, beziehen Sie sich auf folgende Fehlermeldung: TFS 51810: Extending a route to create a concurrency then realigning the other route to remove the concurrency on the same date results in incorrect event behaviors for the non-concurrent events on the realigned route.

Hinweis:
Die beschriebenen Fehler treten zwar in den genannten Versionen von Esri Roads and Highways nicht mehr auf, trotzdem müssen die nachfolgenden Bearbeitungsszenarios untersucht werden, wenn sie in älteren Versionen ausgeführt werden; nur so können Sie sicherstellen, dass bestimmte Objektverhaltensweisen ordnungsgemäß auf Linienereignisse angewendet wurden.

Vorgehensweise

In diesem Artikel werden zwei Workflows (Strecke stilllegen und Strecke neu ausrichten) im Zusammenhang mit Bearbeitungsszenarios für parallele Strecken und die sich daraus ergebende Ereignismesswerte beschrieben. Von den Workflows betroffene Strecken können mit dem Geoverarbeitungswerkzeug gefunden werden (siehe nachfolgenden Abschnitt mit den Referenzinformationen).

Wenn Sie mit dem Geoverarbeitungswerkzeug betroffene Strecken ermittelt haben, führen Sie die folgenden Schritte aus, um die entsprechenden Ereignismesswerte zu aktualisieren. Optional können Sie die betroffenen Strecken auch manuell identifizieren. Befolgen Sie dazu die Schritte zum Abfragen der Tabelle Lrs_Edit_Log.

Verwendung des Geoverarbeitungswerkzeugs zum Identifizieren von betroffenen Strecken

Dieses Werkzeug dient ausschließlich dazu, Strecken zu identifizieren, die von in diesem Artikel beschriebenen Problemen betroffen sind.

  1. Laden Sie die Datei IdentifyAffectedRoutesGPTool.zip von folgendem Download-Link herunter, und entpacken Sie sie.
  2. Öffnen Sie ArcMap, und navigieren Sie zu dem entpackten Ordner. Im Kataloginhaltsverzeichnis werden ein Toolbox- und ein Skriptsymbol angezeigt.Catalog Tree
  3. Stellen Sie eine Verbindung zur Standardversion der Enterprise-Geodatabase mit den ALRS- und LRS-Netzwerken von Esri Roads and Highways her.
  4. Fügen Sie die LRS-Network-Feature-Class mit den Strecken zum Karteninhalt hinzu.
  5. Doppelklicken Sie auf das Skript IdentifyAffectedRoutes, und wählen Sie aus dem Dropdown-Menü das LRS-Netzwerk-Feature-Layer als Eingabe aus.
  6. Geben sie einen Namen für den Ausgabe-Workspace und die Ausgabetabelle an. Der Ausgabe-Workspace muss nicht zwangsläufig eine Geodatabase sein. GP Tool
  7. Klicken Sie auf OK. Die Ausgabetabelle wird zum Karteninhalt hinzugefügt.
  8. Bei leerer Ausgabe gibt es keine Strecken im LRS-Netzwerk, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Falls Strecken aufgelistet sind, prüfen Sie diese mit dem nachfolgenden Workflow, indem Sie sich die Ereignisse entlang der Strecken ansehen.

Szenario 1: Stilllegen einer parallelen Strecke mit "Fangen" als Objektverhalten "Stilllegen" für das Ereignis

In diesem Szenario wird eine Strecke stillgelegt, die überlappende Teile (so genannte parallele Teile) mit einer anderen Strecke aufweist. Wenn Objektverhalten angewendet werden, werden Linienereignisse der stillgelegten Strecke, die über die überlappenden Teile hinausgehen, der parallelen Strecke zugeordnet; ihr Startmesswert ist dann allerdings kleiner als der Startmesswert der Route, in der sich das Ereignis jetzt befindet.

  1. Sie können eine Strecke stilllegen, die eine andere Strecke überlagert, wenn in die stillzulegende Strecke eine Geometrie aufweist, die über die Geometrie der kürzeren der beiden parallelen Strecken hinausgeht.

    Scenario One

  2. Führen Sie in der Werkzeugleiste Esri Roads and Highways das Werkzeug Aktualisierungen übernehmen aus, um infolge der Bearbeitung mit der Funktion Strecke stilllegen Objektverhalten anzuwenden.

    Apply Updates

  3. Suchen Sie nach einem Ereignis, das sich zuvor über die gesamte stillgelegte Strecke erstreckt hat. Der Von-Messwert des aktualisierten Ereignisses ist nun kleiner als der Von-Messwert der Strecke, der es zugeordnet wurde.

    Event Measures after Retire
Hinweis:
In der Spalte "LocError" befindet sich nun ein Wert für "Partial Match for the From-Measure".

Szenario 2: Die Neuausrichtung einer Strecke zum Entfernen einer Parallelität kann verhindern, dass ein nicht-paralleles Ereignis aktualisiert wird

In diesem Szenario wird eine Strecke, die überlappende Teile mit einer anderen Strecke aufweist, neu ausgerichtet, um die Parallelität zu entfernen. Wenn Objektverhalten angewendet werden, können Linienereignisse des nicht-parallelen Teils der neu ausgerichteten Strecke in den neu ausgerichteten Teil der neu ausgerichteten Strecke hereinreichen.

  1. Richten Sie eine Strecke, die eine Überlappungen mit einer anderen Strecke aufweist, neu aus, sodass die Überlappung (Parallelität) aufgehoben wird.

    Realign Route

  2. Führen Sie in der Werkzeugleiste Esri Roads and Highways das Werkzeug Aktualisierungen übernehmen aus, um infolge der Bearbeitung mit der Funktion Strecke neu ausrichten Objektverhalten anzuwenden.

    Apply Updates

  3. Suchen Sie nach einem Ereignis, das sich über die gesamte neu ausgerichtete Strecke erstreckt. Wie erwartet werden durch die Neuausrichtung zwei Ereignisse erstellt. Das Ereignis im neu ausgerichteten Teil der neu ausgerichteten Strecke wird der parallelen Strecke zugeordnet. Das Ereignis im nicht-parallelen Teil der Strecke weist das Objektverhalten Verbleiben auf; daher endet es Ereignis nach der Anwendung von Objektverhalten am Anfang der Neuausrichtung. Das andere Ereignis reicht sich allerdings in den neu zugeordneten Teil hinein.

    Concurrent Event Behavior

In diesem Abschnitt wird die Erkennung und Aktualisierung von Ereignissen erläutert, auf die aufgrund der oben beschriebenen Szenarios Objektverhalten nicht ordnungsgemäß angewendet wurden.

Szenario 1: Zurückziehen einer parallelen Strecke mit Fangen als Objektverhalten "Zurückziehen" für das Ereignis

  1. Identifizieren Sie die Bearbeitungen und die entsprechenden betroffenen Strecken. Sehen Sie sich dazu mit dem folgenden Workflow die Tabelle Lrs_Edit_Log an.
    1. Öffnen Sie ArcMap, und fügen Sie die Tabelle "Lrs_Edit_Log" zum Kartendokument hinzu. Öffnen Sie die Attributtabelle für die Tabelle LRS_Edit_Log, und wählen Sie alle Datensätze mit ActivityType 4 aus. Alle Datensätze entsprechen der Bearbeitungsaktivität "Strecke stilllegen".
    2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf jede Zeile mit ActivityType 4, und wählen Sie XML-Daten anzeigen aus.
      LRS Edit Log
    3. Wenn die XML-Daten Werte für das XML-Tag OverlappedPortions enthalten, untersuchen Sie die Ereignisse in dieser Strecke. LRS Edit Log XML
  2. Suchen Sie entlang aller Strecken, die Sie in Schritt 1 als Strecke mit Bearbeitungsaktivität "Strecke stilllegen" und überlappende Strecke identifiziert haben, nach Ereignissen, die als LocError PARTIAL MATCH FOR THE FROM-MEASURE aufweisen. Die Messwerte der ausgewählten Ereignisse müssen entsprechend dem Von-Messwert der Strecke aktualisiert werden.

Szenario 2: Die Neuausrichtung einer Strecke zum Entfernen einer Parallelität kann verhindern, dass ein nicht-paralleles Ereignis aktualisiert wird

  1. Identifizieren Sie die Bearbeitungen und die entsprechenden betroffenen Strecken. Sehen Sie sich dazu mit dem folgenden Workflow die Tabelle Lrs_Edit_Log an.
    1. Öffnen Sie ArcMap, und fügen Sie die Tabelle Lrs_Edit_Log zum Kartendokument hinzu. Öffnen Sie die Attributtabelle für die Tabelle LRS_Edit_Log, und wählen Sie alle Datensätze mit ActivityType 7 aus. Alle Datensätze entsprechen der Bearbeitungsaktivität "Strecke neu ausrichten".
    2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf jede Zeile mit ActivityType 7, und wählen Sie XML-Daten anzeigen aus. LRS Edit Log
    3. Wenn die XML-Daten Werte für das XML-Tag "OverlappedPortions" enthalten, untersuchen Sie die Ereignisse in dieser Strecke. LRS Edit Log XML
  2. Suchen Sie entlang aller Strecken, die in Schritt 1 als Strecke mit Bearbeitungsaktivität "Strecke neu ausrichten" und überlappende Strecke identifiziert wurden, nach Ereignissen in ArcMap oder im Event Editor (Roadway Characteristics Editor). Aktualisieren Sie für jedes Ereignis, das in den neu zugeordneten Teil der Strecke hineinreicht, den Bis-Messwert entsprechend dem Anfangsmesswert des neu zugeordneten Teils. Das Ereignis-Shape wird im Event Editor (oder ArcMap mit aktivierter Erweiterung Roads and Highways) entsprechen dem neuen Bis-Messwert aktualisiert.

Referenzinformationen