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How To: Erstellen einer benutzerdefinierten Projektionsdatei zum Anpassen von CAD-Daten in ArcMap 10.1 und höher

Zusammenfassung

In den folgenden Anweisungen wird beschrieben, wie Sie eine benutzerdefinierte Projektionsdatei für CAD-Daten erstellen und die CAD-Datei an andere Daten in einem projizierten Koordinatensystem mit den Maßeinheiten Fuß, Meter oder anderen linearen Einheiten in ArcMap 10.1 oder höher anpassen.

Hinweis:
Diese Anweisungen gelten für ArcGIS-Version 10.1 bis 10.2.2. Konsultieren Sie bitte für Version 10.0 und früher den Knowledge Base-Artikel 32939.


Hinweis:
Diese Anweisungen können nicht verwendet werden, um CAD-Daten an Daten in einem geographischen Koordinatensystem mit Einheiten von Dezimalgrad anzupassen. Die Referenzdaten müssen sich in einem projizierten Koordinatensystem mit Einheiten von Fuß oder Meter befinden.

Vorgehensweise

Führen Sie in ArcMap die folgenden Schritte aus, um durch das Erstellen einer benutzerdefinierten Projektionsdatei eine CAD-Datei (AutoCAD DWG oder Microstation DGN) an andere Daten anzupassen.

  1. Öffnen Sie ArcMap mit einer neuen leeren Karte, und fügen Sie die Daten hinzu, an die Sie die CAD-Datei anpassen möchten. Für diese Daten muss eine Projektion definiert sein, und die Dateneinheiten müssen mit den Einheiten (Fuß oder Meter) übereinstimmen, die beim Erstellen der CAD-Datei verwendet wurden.

  2. Fügen Sie der Karte nur den Polylinien-Layer aus der CAD-Datei hinzu.

    Hinweis:
    Navigieren Sie im Dialogfeld "Daten hinzufügen" zu dem Ordner, in dem die CAD-Datei auf dem Computer gespeichert ist. Doppelklicken Sie auf den Namen der CAD-Datei, und wählen Sie den Polylinien-Layer aus, um ihn der Karte hinzuzufügen.

  3. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Volle Ausdehnung", und messen Sie mit dem Messwerkzeug den horizontalen Abstand der CAD-Polylinien zu den Daten im realen Koordinatensystem (nur in Ost-West-Richtung). Messen Sie nicht diagonal.

    Hinweis:
    Wenn die Daten nicht angezeigt werden, klicken Sie im Inhaltsverzeichnis mit der rechten Maustaste auf den Namen des Layers, und wählen Sie "Auf Layer zoomen" aus. Platzieren Sie ein Markersymbol aus der Werkzeugleiste "Zeichnen" auf den Daten, und zoomen Sie auf die vollständige Ausdehnung. Wiederholen Sie dies ggf. für die Referenzdaten oder wenn das Markersymbol nicht angezeigt wird.


    Hinweis:
    Es ist hilfreich, diese Messungen mit einem Richtungspfeil, der die Richtung angibt, in dem die CAD-Daten bewegt werden müssen, damit sie mit den anderen Daten übereinstimmen, auf Papier zu notieren.

  4. Wählen Sie "Ansicht" > "Eigenschaften: Datenrahmen" > Registerkarte "Koordinatensystem" aus. Doppelklicken Sie im obersten Feld, das dem ArcMap-Datenrahmen zugewiesen ist, auf den Namen des projizierten Koordinatensystems. Hierdurch wird das Dialogfeld "Eigenschaften des projizierten Koordinatensystems" geöffnet.
  5. Geben Sie im Textfeld "Name" einen neuen Namen für die Projektionsdatei ein. Ein neuer Name ist erforderlich, da der vorhandene Name mit einer bekannten ID (WKID) im Programm verknüpft ist und Komplikationen auftreten, wenn die Eigenschaften der Projektion geändert werden, ohne den Namen zu ändern.

    Hinweis:
    Der neue Name darf keine Sonderzeichen oder Leerzeichen enthalten, Unterstriche sind jedoch zulässig.

  6. Im Dialogfeld "Eigenschaften des projizierten Koordinatensystems" befindet sich unter "Parameter" ein Wert für "Östlicher Versatz".

    Hinweis:
    Durch Erhöhen des Wertes für "Östlicher Versatz" werden die CAD-Daten in Richtung Westen verschoben. Durch Verringern des Wertes für "Östlicher Versatz" werden die CAD-Daten in Richtung Osten verschoben.


    Addieren oder subtrahieren Sie den Abstand, den Sie in Schritt 3 gemessen haben, zum bzw. vom vorhandenen Wert für "Östlicher Versatz", und geben Sie im Feld den neuen Wert ein.

    Hinweis:
    Da ArcMap die Koordinatenposition auf bis zu 16 signifikante Stellen berechnet, müssen die Nullen auf der rechten Seite des Dezimaltrennzeichens beibehalten werden.

  7. Klicken Sie im Dialogfeld "Projiziertes Koordinatensystem" auf "OK", und klicken Sie im Dialogfeld "Eigenschaften: Datenrahmen" auf "Übernehmen", um die Änderungen zu übernehmen.

    Die CAD-Daten werden in Richtung Osten oder Westen verschoben, damit sie stärker mit den Referenzdaten übereinstimmen.
  8. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Zu Favoriten hinzufügen" (das Sternsymbol oben rechts auf der Registerkarte "Koordinatensystem"), und klicken Sie im Dialogfeld "Eigenschaften: Datenrahmen" auf "OK". Hierdurch wird die benutzerdefinierte Projektionsdatei auf der Festplatte gespeichert.

  9. Messen Sie jetzt mit dem Messwerkzeug den vertikalen Versatz zwischen den CAD-Daten und den Referenzdaten in einer direkten Linie, und zwar nur in Nord-Süd-Richtung.

    Hinweis:
    Es ist hilfreich, diese Werte zusammen mit einem Richtungspfeil zu notieren.

  10. Wählen Sie erneut "Ansicht" > "Eigenschaften: Datenrahmen" > Registerkarte "Koordinatensystem" aus. Doppelklicken Sie auf die zu ändernde Projektionsdatei. um sie zu öffnen. Die Nord-Süd-Anpassung erfolgt durch Ändern des Wertes von "Nördlicher Versatz".

    Hinweis:
    Durch Erhöhen des Wertes für "Nördlicher Versatz" werden die Daten in Richtung Süden verschoben. Durch Verringern des Wertes für "Nördlicher Versatz" werden die Daten in Richtung Norden verschoben.

  11. Passen Sie den Wert für "Nördlicher Versatz" anhand des in Schritt 9 gemessenen Versatzwertes an. Wenn die CAD-Daten zu weit südlich positioniert sind, verringern Sie den Wert von "Nördlicher Versatz" durch Subtraktion. Wenn die CAD-Daten zu weit nördlich positioniert sind, erhöhen Sie den Wert von "Nördlicher Versatz" durch Addition.
  12. Klicken Sie im Dialogfeld "Neues projiziertes Koordinatensystem" auf "OK". Klicken Sie im Dialogfeld "Eigenschaften: Datenrahmen" auf "Übernehmen", um die Änderungen zu übernehmen.
  13. Klicken Sie erneut auf die Schaltfläche "Zu Favoriten hinzufügen", um die benutzerdefinierte Projektionsdatei zu speichern, und klicken Sie im Dialogfeld "Eigenschaften: Datenrahmen" auf "OK".

    Hinweis:
    Nachdem die Projektionsdatei dem Ordner "Favoriten" hinzugefügt wurde, kann sie nicht erneut hinzugefügt werden, sofern der Dateiname nicht geändert wird. Zu diesem Zweck kann "_1", "_2" usw. angehängt werden.

    Wiederholen Sie diese Schritte nach Bedarf, und nehmen Sie schrittweise Änderungen an "Östlicher Versatz" und "Nördlicher Versatz" vor, bis die CAD-Polylinien bestmöglich an die Referenzdaten angepasst sind.

    Hinweis:
    Beachten Sie, dass die CAD-Daten aufgrund von Ungenauigkeiten in einer der Gruppen von Daten möglicherweise nicht genau an die verfügbaren Referenzdaten angepasst werden können.

  14. Wenn die endgültige Version der Projektionsdatei erstellt wurde, klicken Sie ein weiteres Mal auf die Schaltfläche "Zu Favoriten hinzufügen".

  15. Klicken Sie auf "Übernehmen", und klicken Sie im Dialogfeld "Eigenschaften: Datenrahmen" auf "OK". Speichern Sie die MXD-Datei in ArcMap.
  16. Suchen Sie in Windows Explorer die gespeicherte benutzerdefinierte Projektionsdatei am folgenden Speicherort:

    C:\Users\\AppData\Roaming\ESRI\Desktop10.x\ArcMap\Coordinate Systems


    Hinweis:
    Wenn der Ordner "AppData" nicht angezeigt wird, stellen Sie sicher, dass unter "Ordneroptionen" die Option "Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen" aktiviert ist.

    a) Um ausgeblendete Dateien und Ordner anzuzeigen, öffnen Sie die Systemsteuerung, und klicken Sie auf "Ordneroptionen".
    b) Klicken Sie auf der Registerkarte "Ansicht" unter "Erweiterte Einstellungen" auf "Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen" und auf "OK".


  17. Es gibt zwei Optionen zum Definieren der Projektion für die CAD-Daten mithilfe der benutzerdefinierten Projektionsdatei.

    A) Wenn der CAD-Dateiname keine Leerzeichen enthält, fügen Sie in den Ordner der CAD-Datei eine Kopie der PRJ-Datei ein. Benennen Sie die PRJ-Datei um, sodass ihr Name mit dem der CAD-Datei identisch ist. Die Groß-/Kleinschreibung muss berücksichtigt werden. Wenn beispielsweise der CAD-Dateiname "Parcels022007-G.dwg" lautet, benennen Sie die PRJ-Datei mit "Parcels022007-G.prj".

    B) Wenn der CAD-Dateiname Leerzeichen enthält, kann der obige Vorgang nicht verwendet werden. Kopieren Sie in diesem Fall die benutzerdefinierte PRJ-Datei in das Verzeichnis der CAD-Datei, und benennen Sie die PRJ-Datei in "esri_CAD.prj" um.

    Hinweis:
    Wenn in dem Ordner mehrere CAD-Dateien mit demselben Koordinatensystem gespeichert sind, definiert die benutzerdefinierte Projektionsdatei "esri_CAD.prj" die Projektion für ALLE CAD-Dateien in demselben Ordner.

    Beim nächsten Hinzufügen der CAD-Datei zu ArcMap erkennt die Software die Projektionsdefinition und kann die Daten zusammen mit allen anderen Daten in der Karte on-the-fly projizieren.


    Hinweis:
    Drei Kapitel in dem Buch "Lining Up Data in ArcGIS: A Guide to Map Projections, Second Edition" enthalten ausführliche Anweisungen für diesen Vorgang. Dabei werden Fragen behandelt, die zu spezifisch sind, um sie in diesem Artikel zu behandeln, z. B. das Identifizieren von benutzerdefinierten Einheiten oder das Erstellen einer benutzerdefinierten Projektionsdatei für gedrehte CAD-Daten. Wenn Sie weitere Hilfe wünschen, wenden Sie sich an Esri Support Services im Internet oder telefonische unter der Rufnummer 888-377-4575.

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