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How To: Erstellen von PRJ-Metadatendateien für Shapefiles

Vorgehensweise

Zusammenfassung

Die GPS-Werkzeuge oder Schaltflächen in ArcPad sind nur aktiviert, wenn ein Layer mit einer
verknüpften Projektionsdatei bzw. PRJ-Datei hinzugefügt wird.

Verfahren

Es gibt folgende Möglichkeiten, eine PRJ-Datei zu erstellen:

· Die Methode mit Projection Utility:

Beim Projection Utility handelt es sich um ein eigenständiges Werkzeug, das mit ArcView GIS 3.2 installiert wird. Mit diesem assistentgestützten Werkzeug können Sie Shapefiles in ein Koordinatensystem projizieren. So verwenden Sie dieses Werkzeug:

1. Klicken Sie auf "Start" > "Programme" > "Esri" > "ArcView GIS 3.2" > "Projection Utility".
2. Klicken Sie auf "Durchsuchen", und wählen Sie ein oder mehrere Shapefiles aus.
3. Klicken Sie auf "Weiter".
4. Wählen Sie die Erstellung von PRJ-Dateien aus.

Weitere Informationen zu Projection Utility finden Sie in der Online-Hilfe zu ArcView 3.2. Geben Sie auf der Registerkarte "Index" den Suchbegriff "prj files" ein, und wählen Sie "Frequently Asked Questions" aus.

· Die manuelle Methode:

Wenn Sie keinen Zugriff auf Projection Utility haben, können Sie eine PRJ-Datei manuell mit einem Texteditor wie Notepad erstellen.

Es gibt geographische Koordinatensysteme (Längengrad, Breitengrad) oder projizierte Koordinatensysteme (X, Y). Das Koordinatensystem besteht aus verschiedenen Objekten. Für jedes Objekt gibt es ein Schlüsselwort in Großbuchstaben (z. B. DATUM oder UNIT), dem die definierenden, durch Komma getrennten Parameter des Objekts in Klammern folgen. Einige Einheiten können auch aus anderen Objekten bestehen.

ESRI Projection Engine speichert die Metadaten für ein Koordinatensystem in einer Zeichenfolge oder in einer PRJ-Datei. Die Zeichenfolge, die auch als PE-Zeichenfolge bezeichnet wird, muss eine kontinuierliche Zeichenfolge sein. Eine PE-Zeichenfolge ist relativ komplex, da viele Teile davon explizit definiert werden. Sie können Ihre eigenen Einheiten, Datumsangaben und Sphäroide definieren.

Wenn Sie eine PE-Zeichenfolge von Grund auf neu erstellen, achten Sie darauf, dass in Notepad die Option für den Zeilenumbruch deaktiviert ist. Die folgenden Beispiele für PE-Zeichenfolgen wurden für eine bessere Lesbarkeit formatiert.

Die EBNF-Definition (Erweiterte Backus-Naur-Form) für die Zeichenfolgendarstellung eines Koordinatensystems lautet wie folgt:

=   | 
=
PROJCS[" ", , ,
{,}* ]
= PROJECTION[" "]
= PARAMETER[" ", ]
=
= UNIT[" ", ]
where is

= GEOGCS[" ", , ,
]
= DATUM[" ", ]
= SPHEROID[" ", ,
]
=
=


Hinweis:
Die große Halbachse wird in Meter gemessen und muss größer als Null sein.



= PRIMEM[" ", ]
=


Hinweis:
Der Längengradwert des Nullmeridians wird in Grad relativ zu Greenwich angegeben.

Das Koordinatensystem eines Datasets ist durch das Schlüsselwort PROJCS gekennzeichnet, wenn die Daten in projizierten Koordinaten vorliegen, oder durch das Schlüsselwort GEOGCS, wenn die Daten in geographischen Koordinaten vorliegen. Dem Schlüsselwort PROJCS folgen alle Teile, durch die das projizierte Koordinatensystem definiert wird. Ein Objekt enthält den Namen des projizierten Koordinatensystems gefolgt vom geographischen Koordinatensystem, der Kartenprojektion, einem oder mehreren Projektionsparametern und der Längenmaßeinheit.

Alle projizierten Koordinatensysteme basieren auf einem geographischen Koordinatensystem. Daher sollten Sie zunächst die für ein projiziertes Koordinatensystem spezifischen Teile beschreiben. Beispiel: Die UTM-Zone "10N" im Datum "NAD83" ist wie folgt definiert:

PROJCS["NAD_1983_UTM_Zone_10N",
,
PROJECTION["Transverse_Mercator"],
PARAMETER["False_Easting",500000.0],
PARAMETER["False_Northing",0.0],
PARAMETER["Central_Meridian",-123.0],
PARAMETER["Scale_Factor",0.9996],
PARAMETER["Latitude_of_Origin",0.0],
UNIT["Meter",1.0]]

Dem Namen des geographischen Koordinatensystems folgen das Datum, der Nullmeridian und das Winkelmaß. Die Zeichenfolge des geographischen Koordinatensystems für die UTM-Zone "10N" in "NAD 1983" lautet wie folgt:

GEOGCS["GCS_North_American_1983",
DATUM["D_North_American_1983",
SPHEROID["GRS_1980",6378137,298.257222101]],
PRIMEM["Greenwich",0],
UNIT["Degree",0.0174532925199433]]

Das UNIT-Objekt kann Winkelmaße oder Längenangaben beinhalten.

= 
=
= UNIT[" ", ]
=

Der Konvertierungsfaktor gibt die Anzahl der Meter (bei einer linearen Einheit) bzw. die Anzahl der Bogenmaße (bei einer Winkeleinheit) pro Einheit an und muss größer als Null sein.

Die vollständige Darstellung der Zeichenfolge der UTM-Zone "10N" im Datum "NAD 1983" lautet wie folgt:

PROJCS["NAD_1983_UTM_Zone_10N",
GEOGCS["GCS_North_American_1983",
DATUM["D_North_American_1983",
SPHEROID["GRS_1980",6378137,298.257222101]],
PRIMEM["Greenwich",0],
UNIT["Degree",0.0174532925199433]],
PROJECTION["Transverse_Mercator"],
PARAMETER["False_Easting",500000.0],
PARAMETER["False_Northing",0.0],
PARAMETER["Central_Meridian",-123.0],
PARAMETER["Scale_Factor",0.9996],
PARAMETER["Latitude_of_Origin",0.0],
UNIT["Meter",1.0]]

Für Projektionsparameter werden die Maßeinheiten aus dem projizierten und dem geographischen Koordinatensystem verwendet. Lineare Parameter wie der östliche und der nördliche Versatz weisen dieselben Einheiten auf wie die am Ende der Zeichenfolge des projizierten Koordinatensystems aufgelistete lineare Maßeinheit. Für Winkelparameter wie für den Mittelmeridian, den Breitengrad des Ursprungs und die Standardparallele 1 wird die in der Definition des geographischen Koordinatensystems aufgelistete Winkelmaßeinheit verwendet.

Für Kartenprojektion und Parameterobjekte müssen Sie die vordefinierten Namen verwenden, damit die Projection Engine (PE) diese ordnungsgemäß interpretieren kann. Für alle anderen Objekte können Sie vordefinierte Namen und Werte verwenden oder eigene definieren. Angenommen, Sie definieren das folgende geographische Koordinatensystem:

GEOGCS["My_GCS",
DATUM["D_North_American_1983",
SPHEROID["GRS_1980",6378137,298.257222101]],
PRIMEM["Greenwich",0],
UNIT["Degree",0.0174532925199433]]

Der einzige Unterschied zum vordefinierten geographischen Koordinatensystem NAD 1983 ist der Name. Dasselbe Ergebnis erzielen Sie, wenn Sie Daten mit einem geographischen Koordinatensystem (Geographic Coordinate System, GCS) projizieren. Von der Projection Engine werden die beiden Definitionsäquivalenten jedoch nicht berücksichtigt.

Eine neue PE-Zeichenfolge lässt sich am einfachsten durch Ändern einer bereits vorhandenen Zeichenfolge erstellen. Dabei können Sie Teile aus verschiedenen Beispielen nach Bedarf kopieren und bearbeiten. Die Projektionsparameter müssen in denselben Einheiten angegeben werden wie die Koordinatensysteme. Wenn Sie ein metrisches projiziertes Koordinatensystem so bearbeiten, dass anstelle der Einheit Meter die Einheit Fuß verwendet wird, müssen Sie auch die Parameterwerte für den östlichen Versatz und den nördlichen Versatz in Fuß ändern. So lautet die UTM-Zone "10N" auf Basis von "NAD 1983":

PROJCS["NAD_1983_UTM_Zone_10N", GEOGCS["GCS_North_American_1983",
DATUM["D_North_American_1983", SPHEROID["GRS_1980",6378137,298.257222101]],
PRIMEM["Greenwich",0], UNIT["Degree",0.0174532925199433]],
PROJECTION["Transverse_Mercator"], PARAMETER["False_Easting",500000.0],
PARAMETER["False_Northing",0.0], PARAMETER["Central_Meridian",-123.0],
PARAMETER["Scale_Factor",0.9996], PARAMETER["Latitude_of_Origin",0.0],
UNIT["Meter",1.0]]

So nehmen Sie die Änderung in US Survey Feet vor:

1. Der PROJCS-Name zum einfachen Erkennen von Neuerungen. Der neue Name lautet "NAD_1983_UTM_Zone_10N_Feet".

2. Name und Wert der linearen Maßeinheit. Die Zeichenfolge für US Survey Feet lautet: UNIT["Feet_US",0.30480060960122].

3. Die Werte der linearen Projektionsparameter. Der nördliche Versatzwert beträgt 0,0 und bleibt unverändert. Der östliche Versatzwert beträgt 500000,0 Meter. In US Survey Feet
beträgt der Wert 1640416,6667.

Die neue Zeichenfolge lautet:

PROJCS["NAD_1983_UTM_Zone_10N_Feet", GEOGCS["GCS_North_American_1983",
DATUM["D_North_American_1983", SPHEROID["GRS_1980",6378137,298.257222101]],
PRIMEM["Greenwich",0], UNIT["Degree",0.0174532925199433]],
PROJECTION["Transverse_Mercator"], PARAMETER["False_Easting",1640416.6667],
PARAMETER["False_Northing",0.0], PARAMETER["Central_Meridian",-123.0],
PARAMETER["Scale_Factor",0.9996], PARAMETER["Latitude_of_Origin",0.0],
UNIT["Feet_US",0.30480060960122]]

Denken Sie daran: Eine PE-Zeichenfolge ist einfach eine Sammlung von Objekten. Kopieren Sie nach Möglichkeit eine Zeichenfolge des geographischen Koordinatensystems, die Datum, Sphäroid, Nullmeridian und Winkelmaßeinheit enthält. Die Sphäroid- bzw. Einheitenzeichenfolgen müssen Sie nicht einzeln definieren.

Erstellen von PRJ-Dateien für Bilder:

Eine PRJ-Datei für ein Bild können Sie am einfachsten erstellen, indem Sie eine vorhandene PRJ-Datei aus einem Shapefile oder aus den PRJ-Dateibeispielen in ArcPad auf dem PC kopieren (z. B. C:\ESRI\ArcPad 5.0.1\Coordinate Systems).